Märkte stehen 2012 im Zeichen niedrigen Wachstums und politischer Unwägbarkeiten
(aav) Vor dem Hintergrund zunehmender Rezessionsgefahren für die meisten Industrienationen und einer gedämpften Wachstumsdynamik in den Schwellenländern erwartet Allianz Global Investors (AllianzGI) auch weiterhin niedrige Zinsen.
Nach dem aktuellen „Global Strategic Outlook“ von AllianzGI dürften sich außerdem verschiedene politische Unwägbarkeiten an den Märkten niederschlagen, so dass sich Phasen großer Risikoaversion mit Phasen erhöhter Risikoneigung abwechseln dürften.
Schlüsselaussagen:
- Industrieländer dürften sich am Rande einer Rezession bewegen, während die aufstrebenden Märkte von höherer Binnennachfrage profitieren sollten.
- Für die Eurozone ist keine schnelle Lösung der Probleme in Sicht, allerdings dürfte die EZB mittelfristig eine aktivere Rolle spielen.
- Bei weiterhin niedrigen Zinsen sollten Anleger auf reale Renditen achten.
- Anleger sollten auf stabile Unternehmen mit nachhaltigen Cashflows achten, Fokus auf Aktien mit hohen Dividenden und Unternehmensanleihen.
Andreas Utermann, Global Chief Investment Officer von Allianz Global Investors, erläutert den Ausblick: „Für die Eurozone erwarten wir weiter sinkende Zinssätze und auch in Schwellenländern scheint der Trend zu sinkenden Zinsen anzuhalten. In absehbarer Zeit sehen wir für die USA, Japan und Großbritannien kein Ende der extremen Niedrigzinspolitik der jeweiligen Notenbanken. Beim gegenwärtigen Zinsniveau bleiben wir für europäische Staatsanleihen vorsichtig, denn selbst bei nominal positiver Rendite erwarten wir real, also nach Abzug der Inflation, eher enttäuschende Renditen.“
„Der raue Gegenwind, der auch für rückläufige Entwicklungen der Aktienkurse in 2011 verantwortlich war, dürfte in den kommenden Monate anhalten und könnte die Aktienmärkte im laufenden Jahr beeinträchtigen. Die Finanzmärkte dürften eine Fortdauer der Schuldenkrise in Europa weiterhin einpreisen. Eine nachhaltige Erholung der Aktienmärkte kann nur dann erfolgen, wenn eine glaubwürdige Lösung der Schuldenkrise in der Eurozone in greifbare Nähe rückt und/oder die volkswirtschaftlichen Daten auf eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Aktivitäten hindeuten. Bei weltweit verlangsamter Konjunktur und nur mäßigen Aktienrenditen, sollten Anleger Aktien mit relativ hoher Dividendenrendite im Auge behalten, da Dividendenzahlungen im aktuellen Umfeld Stabilität bieten können. Aus regionaler Sicht bevorzugen wir derzeit US-Aktien, gegenüber europäischen Titeln.“
Auf strategischer Ebene bleiben Schwellenländer weiterhin bedeutsam, AllianzGI erwartet dort ein Szenario moderater Wachstumsabschwächung („soft landing“). Die negativen Realzinsen, das niedrige Niveau der Staatsverschuldung und die strukturell starke Nachfrage bieten Anlass für vorsichtigen Optimismus. Diese positive Aussicht wird vor allen Dingen von den günstigen Bewertungen und dem hohen Wachstumspotential in China getragen.
Andreas Utermann sagt: „Unser vergleichsweise optimistischer Ausblick für Emerging Markets stimmt uns – ungeachtet der Bewertungen – in strategischer Hinsicht positiv für sämtliche Anlageklassen in diesen Wachstumsmärkten: Aktien, Anleihen oder Devisen.“
“Kurz: Anleger mochten das Marktumfeld in 2011 nicht und werden auch von 2012 nicht begeistert sein. Wir erwarten Phasen hoher Risikoaversion, gefolgt von höherer Risikoneigung, vor dem Hintergrund relativ niedrigen Wachstums und politischer Unwägbarkeiten in vielen Teilen der Welt, wie beispielsweise die US-Präsidentschaftswahlen, Risiken im Zusammenhang mit dem Ratifizierungsprozess der Haushaltskonsolidierungen in der Eurozone und nicht zuletzt geopolitischen Risiken im Iran, Nordkorea oder Nordafrika. Antizyklisches Verhalten und langfristige Orientierung sind für Anleger das Gebot der Stunde.“
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